Stimmen zum Schwerpunktbereich VI - Steuern und Finanzen


Sebastian Gajek - 2016

Zwei Semester im Schwerpunktbereich 6 „Steuern und Finanzen“ (SPB 6) sind nun um und mit Vergnügen teile ich meine gesammelten Erfahrungen denjenigen mit, die auch mit dem Gedanken spielen, den SPB 6 zu wählen.
Ich möchte direkt vorwegschieben, dass ich es, auch wenn es nicht immer einfach war, keine Sekunde bereue, den Bereich „Steuern und Finanzen“ gewählt zu haben. Warum das so ist? Lest selbst:

Um euch ein besseres Bild vom SPB 6 machen zu können, macht es vielleicht Sinn zu klären, was der SPB 6 ist und was er nicht ist; was er kann und was er nicht kann.
Was ist der SPB 6 also aus meiner Sicht?
Er ist jedenfalls kein Schwerpunktbereich, den man mal eben so nebenbei erledigen kann und möglichst noch ohne großen Aufwand jeweils 18 Punkte in den VAKen einfahren kann. Viele, und dazu zählte ich mich auch, haben vor ihrer Schwerpunktbereichswahl wenig bis nichts mit dem Thema „Steuern“ zu tun gehabt. Hinzu kommt, dass das Steuerrecht wohl zu den umfassendsten und durch politische Einflüsse am stärksten beeinflussten Rechtsgebieten überhaupt gehört. Deswegen erfordert es gerade am Anfang ein gewisses Maß an Fleiß und Hingabe. Aber mal ehrlich, das Hauptstudium soll es ja gerade ermöglichen, sich intensiver und detaillierter mit einer Materie zu beschäftigen als es vorher möglich war. Einer der Hauptgründe diesen SPB zu wählen war es für mich daher auch, dass ich so gut wie nichts über Steuern und Finanzen wusste und endlich besser in diesem Bereich Bescheid wissen wollte. Falls ihr ebenfalls keine Vorkenntnisse besitzt, ist das also überhaupt nicht hinderlich.
Habt ihr daher Lust eine bis dato unbekannte, aber sehr wichtige Sphäre des Rechts zu betreten, kann ich den SPB 6 schon deswegen sehr empfehlen.

Nun zur zweiten Frage; was der SPB 6 kann und was er nicht kann.
Viele Studierende schreckt es ab, dass der SPB 6 angeblich keine examensrelevanten Kenntnisse vermittle. Nun ja, wenn ihr den Schwerpunkt nach dem 1. Examen macht, kann euch das egal sein. Macht ihr ihn vorher, so wie ich, lasst euch gesagt sein, dass das Steuerrecht zwar in der Tat in NRW kein Prüfungsstoff des 1. Examens ist, es aber wie jedes andere Rechtsgebiet mit juristischen Methoden und Argumentationen arbeitet. Insbesondere sind die Inhalte stark vom öffentlichen Recht und verfassungsrechtlichen Fragestellungen beeinflusst. Aber auch Zivilrechtler kommen auf ihre Kosten, wenn es um die Besteuerung von Personengesellschaften und Körperschaften geht, wo Wissen aus dem Gesellschaftsrecht erworben und vertieft werden kann.
Darüber hinaus kann der SPB 6 etwas, was kaum ein anderer SPB in dieser Form kann. Das Steuerrecht ist ein Rechtsgebiet mit einem unglaublich vielseitigen und großen Anwendungsbereich. Bei jeder wirtschaftlichen Fragestellung, sei es im Hinblick auf Einzelpersonen oder Unternehmen, hängt vieles letztlich von der Frage ab, welche Auswirkungen das Handeln auf die Besteuerung hat und wie man möglichst wenig Steuern zahlen muss. Diese Zusammenhänge lassen den eigenen Horizont zwangsläufig wachsen.

Zuletzt möchte ich noch etwas zu dem „Drumherum“ im SPB 6 sagen. In allen Vorlesungen und den Arbeitsgemeinschaften hat stets eine ausgesprochen gute Arbeitsatmosphäre geherrscht. Zwar haben die Masterstudierenden, die auch an den Veranstaltungen teilnehmen, jedenfalls zu Beginn einen Wissensvorsprung, doch sollte man sich davon nicht verunsichern lassen. Ich denke, es ist viel mehr eine gute Möglichkeit, Wissen auszutauschen und zudem nahe Einblicke in Praxisabläufe zu bekommen. Zu der guten Lernatmosphäre haben auch die Professoren und Dozenten, sowie die AG-Leiter beigetragen, denen stets sehr viel daran lag, dass man den Stoff wirklich versteht. Hervorzuheben ist hier meines Erachtens noch die Übung im Steuerrecht, in der man das ganze Semester über ehemalige Originalklausuren schreibt, korrigiert bekommt und anschließend bespricht. Eine optimale Klausurvorbereitung ist so gewährleistet.

Besonderes Highlight für mich war dann noch die Verteidigung meiner Seminararbeit im Rahmen des deutsch-polnischen Austausches in Krakau, den der Lehrstuhl nun schon seit 25 Jahren organisiert. Man glaubt zunächst, dass eine vernünftige Kommunikation über steuerrechtliche Themen kaum möglich sei, doch gaben sich alle Beteiligten sehr viel Mühe einander zu verstehen. Dadurch konnten alle Teilnehmer von dem gemeinsamen Austausch fachlich und kulturell profitieren.

Alles in allem sehe ich sehr positiv auf mein Hauptstudium zurück, auch wenn man sich der Tatsache bewusst sein muss, dass der Bereich „Steuern und Finanzen“ nicht der einfachste aller SPB ist. Und selbst, wenn ich im späteren Berufsleben nicht dem Steuerrecht treu bleiben werde, weiß ich nun wenigstens wie und warum man eine Steuererklärung abgibt.


Andrea Kohlleppel - 2016

Für viele Studierende stellt die Wahl des Schwerpunktbereichs eine schwierige Aufgabe dar. Dass dann die Wahl auf den Schwerpunkt Steuern und Finanzen fällt, ist mit Sicherheit eine noch schwierigere Entscheidung. Denn mit dem Steuerrecht ist man im bisherigen Studium gewöhnlich kaum in Berührung gekommen. Dennoch kann ich die Entscheidung, diesen Schwerpunktbereich zu wählen, nur unterstützen.

Zunächst ist die Gruppe der Studierenden eine überschauliche. Neben Studenten des Schwerpunktbereichs befinden sich auch Masterstudenten und Teilnehmer des Fachanwaltslehrgangs in den Vorlesungen. Die kleine Anzahl an Hörern bietet zum einen eine angenehme Lernatmosphäre, in der man sich für Fragen der Studierenden Zeit nimmt. Zum anderen profitiert man als Schwerpunktstudent auch von Wortbeiträgen der Masterstudiengangs- und Fachanwaltsteilnehmer und erhält einen über den Tellerrand eines rein wissenschaftlichen Studiums hinausgehenden Einblick in das Steuerrecht.

Nicht nur von der familiären Atmosphäre profitiert man im Schwerpunktbereich, sondern auch von einer vielfältigen Dozentenschaft. Neben den Vorlesungen bei Prof. Dr. Seer hat man auch die Möglichkeit zahlreiche Praktiker aus verschiedensten Bereichen (Finanzverwaltung, Richteramt, renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaften) in anderen Vorlesungen kennenzulernen und kann Erzählungen von spannenden Praxisfällen miterleben. Der Einblick in die Praxis wird zudem auch durch Ausflüge und Exkursionen angeboten (z. Bsp. Besuch beim Finanzgericht).

Nicht zuletzt wird man, wie ich finde, durch AGs und die Übung im Steuerrecht auf die Abschlussklausuren sehr gut vorbereitet. Denn was zählt ist am Ende die Note, die unter der Klausur steht. Auch wenn viele Studierende vielleicht skeptisch gegenüber der unbekannten Rechtsmaterie und der Arbeit mit unbekannten Gesetzen sind, so wird man in den Vorlesungen und den AGs Stück für Stück an das Steuerrecht herangeführt - wie Prof. Dr. Seer auch gerne sagt, wird Stück für Stück der Dschungel des Steuerrechts gemeistert. In der Übung kann man Altklausuren schreiben, welche korrigiert und besprochen werden. Eine bessere Klausurvorbereitung kann kaum gewährleistet werden.

Alles in allem ist der Schwerpunktbereich Steuern und Finanzen ein spannender, praxisrelevanter Themenbereich, der den Studierenden die Arbeit in einem interessanten Rechtsgebiet, mit einem vielfältigen Fächerangebot und in einer familiären Atmosphäre ermöglicht.


Emran Sediqi - 2016

„Viel zu komplex!“, „Zu schwer!“, „Zu viele Gesetze!“, diese und viele weitere Vorurteile sieht sich der Schwerpunktbereich 6 „Steuern und Finanzen“ ausgesetzt. Doch wie so oft haben eben diese Vorurteile sich nach meiner Erfahrung mit dem Schwerpunktbereich 6 nicht bewahrheitet.

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass man sich mit der Entscheidung für den Schwerpunktbereich 6 für ein anspruchsvolles und – verglichen zu anderen Schwerpunkten – komplexes Rechtsgebiet entschieden hat. Gleichwohl ist der Schwerpunkt von Beginn des ersten Semesters an gut strukturiert und weist ein breites Spektrum an Lehrangeboten auf: Von den verfassungsrechtlichen Grundlagen im Finanzverfassungsrecht bis zum eher speziellen Gebiet der Erbschaft- und Schenkungssteuer. Auch den internationalen Teil des Steuerrechts lässt der Schwerpunkt mit der Vorlesung Internationales Steuerrecht in beiden Semestern nicht vermissen. Besonders positiv war meines Erachtens die vorlesungsbegleitende Übung mit integriertem Klausurenkurs, die einen optimal auf die VAKen vorbereitete.

Aber auch das Verhältnis der Anzahl von Studenten zu den Professoren war für mich ein besonders positives Charakteristikum des Schwerpunkts. Anders als die meisten Schwerpunkte weist der Schwerpunkt 6 nämlich eine eher niedrige Anzahl an Schwerpunktstudenten auf, wodurch die Lehre, das persönliche Verhältnis zu den Professoren und die Betreuung durch den Lehrstuhl sehr profitierten.

Schließlich war die 5-tägige Seminarfahrt nach Krakau ein Erlebnis, das ich sicherlich nicht so schnell vergessen werde!

An alle Studenten, die mit dem Gedanken spielen diesen Schwerpunkt zu wählen: Traut euch, Ihr werdet es nicht bereuen!


Hayat Ouass - 2015

Steuern - ein bei den meisten Studenten höchst unliebsames Thema, das auf den ersten Blick undurchdringbar erscheint. Dennoch ist es von alltäglicher Relevanz und somit ein Thema, das jeden betrifft.

So entschied ich mich, mit wenigen steuerrechtlichen Vorkenntnissen den SPB 6 zu wählen und wurde nicht enttäuscht.

Der Schwerpunkt „Steuern und Finanzen“ punktet mit seiner überschaubaren Größe und einer sehr guten Betreuung. Da sich die Vorlesungen in gleicher Weise an den Weiterbildenden Masterstudiengang richten, gehören zu den Hörern auch steuerrechtlich vorgebildete Studenten. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, denn auch mit wenig Vorwissen gelingt es zügig, sich in den komplexen Steuergesetzen zurechtzufinden. Zusammen mit den wöchentlichen AGs und der Übung mit integriertem Klausurenkurs wird darüber hinaus schnell deutlich, was von einem Schwerpunktstudenten erwartet wird, sodass man bestens auf die VAK vorbereitet wird. Wem das nicht reicht, der kann über den Pflichtfachstoff hinaus weitere Vorlesungen besuchen und einen Intensivkurs im selbst gewählten Umfang absolvieren.

Abgesehen von den steuerrechtlichen Erkenntnissen, die von alltäglichem Nutzen sind und ein vertieftes Verständnis des deutschen Steuerstaates vermitteln, habe ich gelernt, keine Angst vor umfassenden Gesetzestexten zu haben. Mit Strukturverständnis und dem entsprechenden juristischen Handwerkzeug können auch komplexe Sachverhalte gelöst werden. Der SPB 6 ist also auch im Hinblick auf die staatlichen Prüfungen keine – wie oft angenommen – Zeitverschwendung, sondern schult vielmehr das systematische Denken.

Insgesamt war der SPB 6 folglich eine gute Wahl und ich empfehle ihn jederzeit weiter.


Katerina-Maria Pohar - 2014

Für diejenigen, die vor der Entscheidung stehen, welchen Schwerpunktbereich sie wählen sollen, möchte ich nachfolgend gerne meine Erfahrungen im SPB „Steuern und Finanzen“ schildern und damit insbesondere denjenigen die „Angst“ vor diesem den meisten doch recht unbekannten Rechtsgebiet nehmen, die wie ich (damals) keinerlei Kenntnisse im Bereich Steuerrecht haben. Allen Interessierten möchte ich gerne einen Einblick in den - meiner Meinung nach - sehr ansprechend gestalteten SPB geben. Das Beste kommt natürlich zum Schluss…

Wie eingangs erwähnt, hatte ich zu Beginn des Schwerpunktbereichsstudiums keinerlei Kenntnisse im Steuerrecht. Entsprechend unsicher fühlte ich mich in den ersten Vorlesungen. Diese werden sowohl von den SPB-Studenten, als auch von den Teilnehmern des Masterstudiengangs besucht, die oftmals bereits Kenntnisse im Steuerrecht vorweisen können und naturgemäß anfänglich in den Wortmeldungen etwas aktiver sind. Schnell wird man aber als Student durch die wöchentlich stattfindenden AGs und die im Verlaufe des Semesters einsetzende Übung, in der speziell das Klausurenschreiben trainiert wird, in die Lage versetzt selbst aktiv an den Vorlesungen teilzunehmen. So verliert sich die anfängliche Unsicherheit schnell. Man sollte sich, denke ich, auch bewusst machen, dass man im Verlaufe seines Studiums bereits Kenntnisse im Verfassungs- und Verwaltungsrecht erlangt hat und mit der juristischen Methodenlehre bestens für den Schwerpunktbereich „gerüstet“ ist. Während die Nichtjuristen unter den Masterstudenten von Beginn an von euren Fähigkeiten profitieren können, habt ihr die Möglichkeit, von deren Praxiserfahrung zu lernen, sodass ein wunderbarer Synergieeffekt entsteht.

Nachdem ich hoffe, euch damit grundlegende Zweifel an eurer Eignung für den SPB „Steuern und Finanzen“ genommen zu haben, ist es mir wichtig, deutlich zu machen, dass Steuerrecht euch sehr wohl im Examen nützt. Zwar wird Steuerrecht tatsächlich nur in einem Bundesland im Examen geprüft. Doch finden sich viele Regelungen, wie ihr sie bereits aus dem Verwaltungsrecht kennt teilweise wortgleich in der Abgabenordnung wieder. Außerdem geht es letzten Endes immer darum, ein gewisses Systemverständnis zu entwickeln und juristisches Handwerk zu lernen. Und hier kommt es euch sicherlich zu gute, dass eine verhältnismäßig intensive Betreuung durch die oftmals geringe Zahl an Schwerpunktstudenten in Vorlesungen, AGs und der Übung gewährleistet ist. Ihr solltet auch nicht vergessen, dass die Möglichkeit besteht, den Schwerpunkt nach dem staatlichen Teil des Examens zu absolvieren.

In jedem Fall aber erarbeitet ihr euch mit dem Absolvieren des SPB „Steuern und Finanzen“ eine Qualifikation, die euch ein gewisses „Alleinstellungsmerkmal“ verschafft, was im Massenstudienfach „Jura“ doch eine angemessene Entlohnung für die Mühen darstellt.

Keine Scheu solltet ihr auch vor der Seminararbeit haben. Es gibt jedes Semester die Möglichkeit, eine Probeseminararbeit zu schreiben. Ihr erhaltet dann Tipps und Kritik, die euch bei eurer eigentlichen Seminararbeit und dem Vortrag sicherlich zu gute kommen werden.

Die Vorträge werden zumeist im Rahmen einer Seminarfahrt, teils aber auch vor Ort in Bochum gehalten. Einzigartig ist wohl die Möglichkeit, sich im Studium an einem Vortrag in englischer Sprache auf der Seminarfahrt nach Krakau zu versuchen. Auch hier sind zunächst viele Studenten verunsichert. Man stellt aber schnell fest, dass es für alle – deutsche wie polnische Studenten - eine Herausforderung ist und man sich darüber alsbald doch verbunden fühlt. Nach meistern dieser Herausforderung, treten entsprechend die sozialen Komponenten einer Studienfahrt ungleich besser in den Vordergrund.

Zusammenfassend handelt es sich bei dem SPB „Steuern und Finanzen“ um einen - sicherlich ähnlich wie andere Schwerpunktbereiche - arbeitsintensiven, gleichsam aber auch überaus lohnenswerten Schwerpunktbereich. Auch wenn man sich letzten Endes vielleicht nicht dazu entschließen sollte, eine Spezialisierung im Steuerrecht anzustreben, so werden die Kenntnisse dieses Schwerpunktbereiches einem jeden Absolventen spätestens mit dem Einstieg ins Berufsleben nützen. Schließlich müssen wir alle später einmal eine Steuererklärung abgeben. Ich persönlich bin rückblickend höchst zufrieden mit meiner Wahl und absolviere derzeit im Anschluss an das erste Staatsexamen den Masterstudiengang im Wirtschafts- und Steuerrecht an der RUB.


Tobias Geitmann - 2011

Wer sich zum Probehören und ohne Erfahrungen im Steuerrecht in eine Vorlesung im SPB VI, gerade im Sommersemester, hineinsetzt, der bekommt u.U. den Eindruck: "Das kann man ja gar nicht schaffen"!

Aber wie so häufig lohnt sich auch in diesem Fall ein zweiter Blick! Denn nicht nur Studenten des SPB VI sind in den Vorlesungen zu finden, sondern auch solche, die bereits ein abgeschlossenes juristisches oder wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert haben und nun ihren Master im Steuerrecht anschließen. Und das diese ggf. einen Wissensvorsprung haben liegt ja auf der Hand. Aber : was auf den ersten Blick verschreckt, ist auf den den zweiten Blick ein großer Vorteil: Denn die Master-Studenten schreiben in sämtlichen Vorlesungen jeweils am Ende eine Abschlussklausur (ca. 1,5-2 h) - die die Schwerpunktbereichsstudenten allesamt als Übungsklausuren nutzen können. Zusätzlich gibt es in beiden Semestern eine AG sowie im zweiten Halbjahr auch eine Übung.

Zusätzlich zu den gut strukturierten Vorlesungen wird man somit ideal gerade auf die Abschlussklausur im Schwerpunktbereich vorbereitet.

Aufgrund der eher geringen Zahl von Studenten im Schwerpunktbereich VI läuft auch das Seminar mit einem mehrtägigen Aufenthalt, in meinem Fall im Schloss Nordkirchen, mit den anderen Studenten und dem gesamten Lehrstuhl interessant und abwechslungsreich ab.

Und dass die Noten, die im SPB VI zu erzielen seien, sich permanent unterhalb des zweistelligen Bereichs bewegen, ist auch lediglich ein Gerücht. Nach Beendigung meine Schwerpunkt-Jahres und nach Gesprächen mit anderen Kommilitonen konnte ich feststellen, dass es eine durchaus hohe Anzahl von Absolventen im Prädikatsbereich gab.

Allerdings sollte man, gerade wenn man keine Vorkenntnisse im Steuerrecht hat, im Wintersemester mit dem Studium beginnen, da dort steuerrechtliche Grundlagen vermittelt werden.

Steuerrecht ist zwar eine etwas andere Materie, als es viele Studenten gewohnt sind, aber aufgrund der gezielten Vorlesungen und insbesondere der erwähnten sehr guten Vorbereitung auf die Prüfung (und der damit erzielbaren Resultate) sowie einer hohen praktischen Relevanz sollte sich hiervon niemand abschrecken lassen, der auch nur in Erwägung zieht, diesen Schwerpunktbereich zu besuchen!


Svenja Daugsch - 2011

Der Schwerpunktbereich „Steuern und Finanzen“ wird im Wesentlichen als viel zu schwierig und, im Hinblick auf das erste Staatsexamen, als zu unwichtig beschrieben.

Dies hat zunächst eine abschreckende Wirkung und man fragt sich, ob man nicht doch lieber einen anderen Schwerpunkt wählen sollte. Aber diese anfängliche Unsicherheit vergeht schnell. Zumindest war es bei mir so. Nachdem ich die ersten Wochen überstanden und - zu meiner Erleichterung  - mein großes Interesse für das Steuerrecht entdeckt hatte, verflogen auch meine Zweifel. Sowohl von den Vorlesungen als auch von den Dozenten war ich begeistert. Ich entdeckte schnell, welche Steuerrechtsbereiche mich faszinierten, wie die Erbschaft- und Schenkungsteuer, das Außensteuerrecht und das Unternehmensteuerrecht, aber auch, welche mich weniger fesselten.

Die erste Bewährungsprobe kam mit den Abschlussklausuren im ersten Semester. Vor allem die Möglichkeit eine zusätzliche Qualifikation mit dem Intensivkurszertifikat zu erhalten, steigerte den Ehrgeiz, gut zu bestehen. Die Anforderungen der Dozenten waren ziemlich hoch, die Klausuren aber dennoch machbar. Dies änderte sich auch im zweiten Semester nicht. In kürzester Zeit wurden viele Themen umfassend besprochen, Übungsklausuren geschrieben und (Probe-)Seminararbeiten verfasst. Während dieser anstrengenden Lernphase konnte man aber jederzeit mit Hilfe und Unterstützung von allen Mitarbeitern des Lehrstuhls rechnen, ebenso wie mit unterhaltsamen Anekdoten der Dozenten. Für erholsame Abwechslung wurde insbesondere mit der Seminarfahrt nach Nordkirchen gesorgt. Schnell kam aber dann der Tag der Aufsichtsarbeit und damit einhergehend der Abschluss des Schwerpunktbereichs. Nachdem das alles endlich geschafft war, war ich einerseits sehr erleichtert, aber andererseits auch etwas wehmütig.

Rückblickend kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, den Schwerpunktbereich Steuern und Finanzen gewählt zu haben. Ich kann denjenigen, die diesen zwar belegen möchten, allerdings noch Bedenken haben, nur sagen: nicht irritieren lassen, es lohnt sich! Der Schwerpunktbereich Steuern und Finanzen ist vielseitig, anspruchsvoll und lehrreich.


Heinz-Jürgen Müther – 2010

Wer vor der Frage steht „Welchen Schwerpunktbereich wähle ich?“, entscheidet diese Frage oftmals auf der Basis von Gerüchten. Klar – es gibt die Info-Veranstaltung zu den Schwerpunktbereichen. Aber wie objektiv ist diese schon, da sie ja schließlich von den Lehrstühlen selbst abgehalten wird, denkt sich so mancher. Da verlassen sich viele lieber auf: „Ich kenn’ einen, der einen kennt und der hat gesagt ...“. Damit Deine Entscheidung etwas realitätsbezogener erfolgen kann, möchte ich an dieser Stelle von meinen eigenen Erfahrungen aus dem Schwerpunktbereich VI - Steuern und Finanzen berichten. Neben dem SPB habe ich übrigens auch an dem Intensivkurs erfolgreich teilgenommen.

Zunächst muss ich eines ganz klar sagen: Der SPB VI ist ein anspruchsvoller SPB. Aber mal ehrlich – Wo bekommt man schon etwas geschenkt? Meiner Ansicht nach gibt es keinen einfachen oder leichten SPB. Wichtig ist eine vernünftige Lern-Atmosphäre. Und der Lehrstuhl für Steuerrecht bietet in jeder Hinsicht die besten Voraussetzungen für ein erfolgreiches SPB-Studium. Zunächst lernst Du in einer verhältnismäßig kleinen Lerngruppe und nicht in einer Massenveranstaltung. Daneben bekommst Du das Angebot von individueller Förderung in einer steuerrechtlichen Arbeitsgemeinschaft, in der Du alle Fragen persönlich erörtern kannst. Hier kannst Du Deine steuerrechtlichen Kenntnisse an Fällen erproben. Zudem wird zur Vorbereitung auf die fünfstündige SPB-Aufsichtsarbeit eine ein-semestrige Übung mit Klausurentraining angeboten. Alles in allem bekommt man durch den Lehrstuhl eine bestmögliche Betreuung geboten. Aber eines muss Dir natürlich klar sein: Lernen musst Du schon noch selbst! Aber: Das musst Du in anderen Schwerpunktbereichen auch. Letztlich solltest Du Dich nicht von der Frage leiten lassen, wie Du möglichst einfach und schnell durch das SPB-Studium kommst, sondern ob Du mit dem was Du dort erlernst in Deinem späteren Berufsleben auch etwas anfangen kannst. Und die Bedeutung des Steuerrechts ist im Berufsleben enorm und keinesfalls zu unterschätzen, bedenkt man, dass nahezu jeder Vertrag irgendwo steuerliche Auswirkungen nach sich ziehen kann.

Darüber hinaus habe ich gerne das optionale Angebot des steuerrechtlichen Intensivkurses wahrgenommen, um das steuerrechtliche Pflichtfachwissen abrunden zu können. Es wird so ein Ansatz zu ganzheitlichem steuerrechtlichen Verstehen durch den Lehrstuhl geboten, was über das Pflichtfachwissen hinaus qualifiziert. Über die erfolgreiche Teilnahme an dem Intensivkurs erhältst Du ein zusätzliches Zertifikat.

Ich empfehle Dir, einfach einmal in den Vorlesungen Probe zu hören. Doch solltest Du dies im Sommersemester, insbesondere gegen Ende des Sommersemesters tun, dann lass Dich von dem was Du hörst nicht gleich abschrecken. Es wird empfohlen, das SPB-Studium, welches auf zwei Semester angelegt ist, zum Wintersemester zu beginnen. Es ist also nachvollziehbar, dass gegen Ende des Sommersemesters, also wenn ein Jahr vergangen ist, der Lehrstoff auf einem deutlich höheren Niveau angelangt ist, als zu Beginn des Wintersemesters.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich mich während meines SPB-Studiums am Lehrstuhl für Steuerrecht sehr wohl und sehr gut aufgehoben gefühlt habe. Ich habe die Entscheidung nicht bereut und kann jedem den Schwerpunktbereich VI – Steuern und Finanzen empfehlen.


Filiz Ak - 2010

Als ich mich für den Schwerpunktbereich `Steuern und Finanzen` entschied, war mir durchaus bewusst, dass mich recht anspruchsvolle Vorlesungen erwarten, die nur einen geringen Bezug zum Pflichtstoff des Staatsexamens haben. Dennoch wagte ich den Schritt, da ich den Schwerpunktbereich für meine berufliche Zukunft sinnvoll nutzen wollte.

Ich bin auch der Überzeugung, dass die Vorlesungen mir aufgrund des sehr zukunftsorientierten Inhalts für eine berufliche Tätigkeit im Bereich des Steuerrechts eine sehr gute Basis geboten haben.

Zudem wurde man in diesem Schwerpunktbereich sehr gut betreut, da es sich beim SPB 6 um einen recht kleinen Schwerpunktbereich handelt. So wurde ich in den Vorlesungen nicht nur mit meinem Namen angesprochen, sondern hatte bei Schwierigkeiten nach jeder einzelnen Vorlesung und nach Abgabe der Probeseminararbeit immer die Möglichkeit, mit Prof. Dr. Seer darüber zu reden, um Anregungen zur Verbesserung meiner Leistung etc. zu bekommen.

Ein weiterer Punkt, der für die sehr gute Betreuung im SPB 6 spricht, ist der, dass die Vorträge der Seminararbeiten regelmäßig mit mehrtägigen Seminaren verbunden sind. Ich war beispielsweise im Rahmen meiner Probeseminararbeit für 4 Tage in München und im Rahmen meiner ‚echten‘ Seminararbeit für 5 Tage in Krakau. Dort fanden nicht nur die Vorträge der Seminararbeiten statt (in Polen sogar gemeinsam mit polnischen Juristen, die ebenfalls steuerrechtliche Vorträge hielten), sondern auch einige Freizeitaktivitäten gemeinsam mit dem Lehrstuhl, wie z.B einem gemeinsamen Fußballabend mit dem gesamten Lehrstuhl auf einer der Chiemsee-Inseln oder einem gemeinsamen Abend mit dem Lehrstuhl und den polnischen Juristen in einem Cafe in Krakau.

Ich kann allen Studenten, die im Schwerpunkbereich eine persönliche Atmosphäre mit sehr guter Betreuung und abwechslungsreichen Seminaren einem Schwerpunktbereich mit eher unpersönlichen Massenveranstaltungen vorziehen würden, nur raten, den Schritt zu wagen und sich vom anspruchsvollen Inhalt nicht abschrecken zu lassen.


Olga Drobiazko - 2009

Ich habe im 4. Semester lange überlegt, welcher Schwerpunkt wohl der am besten Geeignete für mich ist. Fest stand für mich, dass ich einen Schwerpunktbereich wählen wollte, für den sich nicht „zu viele“ Studenten entscheiden. Denn ich wollte mich auf eine Richtung spezialisieren, die nicht jedem Juristen geläufig ist. Mir war bewusst, dass es sich bei Steuerrecht um einen unter Studenten unliebsamer Bereich handelt. Aber gerade da sah ich meine Chance. Durch die Spezialisierung in einem Bereich, der von vielen Studenten gescheut wird, erhoffte ich mir bessere Berufschancen.

Bis zu meiner 1. Steuerrechtsvorlesung hatte ich von Steuerrecht noch nie etwas gehört. Die Materie war mir völlig unbekannt. Die ersten zwei Wochen verbrachte ich damit, die Begriffe nachzuschlagen, die in den Vorlesungen vorkamen. Doch merkte ich schnell, dass ich mir keinerlei Sorgen zu machen brauchte. Die Vorlesungen bei Prof. Seer & Co. waren sehr verständlich aufgearbeitet. Die Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeiter waren alle äußerst engagiert und versuchten uns den Stoff so einfach wie möglich zu vermitteln. Ein großer Pluspunkt war auch, dass die Hörsäle nicht überlaufen waren. Man war nicht mehr ein Gesicht unter vielen, sondern ein Student, der individuell gefördert werden konnte.

Ein weiterer Vorteil war die Vielzahl der Übungsmöglichkeiten für die anstehende Seminararbeit und auch die Klausur. Dazu zählten zahlreiche AGs, Übungsklausuren und Übungsseminare. Nachdem ich das gesamte Angebot in Anspruch genommen habe, kann ich behaupten, dass ich mich sehr gut für die Klausur vorbereitet gefühlt habe.

Im Nachhinein kann ich auch sagen, dass dieser Schwerpunktbereich ein Karrieresprungbrett sein kann. In dieser Zeit hat eine Vielzahl namenhafter Unternehmen Interesse an den Studierenden dieses Schwerpunktbereichs gezeigt. Um einige Beispiele zu nennen: KPMG besuchte uns in der Vorlesung, um sich als Unternehmen vorzustellen und uns anzuwerben; Deloitte lud uns aus dem selben Grund zu einer Info-Veranstaltung bei sich im Hause ein; PWC sponserte unser Seminar bei sich im Hause. Durch derartige Veranstaltungen konnten wir als Studenten schon die ersten wichtigen Kontakte für die Zukunft knüpfen.

Nach Beendigung dieses Schwerpunktbereichs wurde ich von vielen Freunden angesprochen, dass sie mich um meinen Mut beneiden, Steuerrecht gewählt zu haben. Denn durch den engen persönlichen Kontakt zu den Dozenten und wissenschaftlichen Mitarbeitern wäre ich stark gefördert und auch motiviert worden.

Als Fazit kann ich festhalten, dass Steuerrecht keinesfalls so schwer ist, wie es ihm nachgesagt wird.  Dieser Glaube rührt wohl daher, dass es sich um eine komplett neue Materie handelt, die anfangs den Anschein erweckt schwierig zu sein. Die Bestrebung des Lehrstuhls, den Studenten diese Materie so einfach wie möglich beizubringen, eröffnet eine Chance für jeden sich neu einlesen und einarbeiten zu können. Hätte ich heute wieder die Wahl, würde ich mich nochmals für Steuerrecht entscheiden.


Jessica Roth - 2008

Bei der Wahl des Schwerpunktbereiches habe ich mich vor allem an der Zukunftsfähigkeit der Fächer orientiert. Ich habe mir zunächst mehrere Vorlesungen in verschiedenen Schwerpunkten angehört, um herauszufinden, welcher für mich der geeignetste ist. Der Bereich der Steuern und Finanzen erschien mir jedoch am erfolgversprechendsten. Außerdem war ich von der Art der Vorlesung sehr angetan. Herr Prof. Seer hielt die Vorlesungen mit viel Leidenschaft und Enthusiasmus. Man merkte ihm sofort an, dass ihm die Lehre Freude bereitet und er gerne mit Studenten diskutiert. In sehr vielen Vorlesungen entstanden daher rege Diskussionen über den Lehrstoff zwischen den Studenten und mit Herrn Prof. Seer. Auf diese Weise konnte man das Erlernte kommunikativ wiedergeben und zeitgleich Verständnisfragen klären. Dabei war auch die überschaubare Größe des SPB 6 sehr hilfreich, was sich auch darin wiederspiegelte, dass Herr Prof. Seer die Studenten mit Namen ansprach. Auch nach der Vorlesung oder nach der Übung war Herr Prof. Seer stets ansprechbar und half gerne offene Fragen zu klären oder Themen zu vertiefen.

Die angebotenen AGs waren qualitativ sehr hochwertig und doch sehr persönlich. Man durfte stets Fragen stellen und sich in den Ablauf einbringen. Auch die AG-Leiter kannten sehr schnell die Namen aller Studenten, so dass die AG sehr lebhaft und unterhaltsam wenn auch gleichsam lehrreich war. Während des gesamten Studiums und insbesondere auch während der Probeseminararbeit konnte man am Lehrstuhl immer einen Ansprechpartner finden, der einem gerne mit Rat und Tat zur Seite stand. Auch Bücher und Zeitschriften durfte man jederzeit am Lehrstuhl einsehen oder kopieren. So fühlte ich mich auf die Seminararbeit und die Abschlussarbeit gut vorbereitet und schloss beide daher auch mit Erfolg ab.

Die beiden Seminarfahrten nach Nordkirchen und Polen werden mir immer in positiver Erinnerung bleiben. Neben den Vorträgen, die natürlich den Hauptteil des Tagesablaufs bestimmten, besuchten wir sehr viele interessante Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele. Außerdem kamen wir mit den örtlichen Studenten zusammen, um uns wissenschaftlich auszutauschen aber auch um uns in gemütlicher Runde zusammenzusetzen. An den Abendveranstaltungen in wohliger und lustiger Atmosphäre nahmen der gesamte Lehrstuhl und auch Herr Prof. Seer teil.

Durch den SPB 6 habe ich sehr schnell mein Interesse für das Steuerrecht entdeckt. Obwohl ich zu Beginn meines Studiums noch nicht genau wusste, auf welchem Gebiet ich später einmal arbeiten wollte, wurde mir im Verlauf des Schwerpunktstudiums bewusst, dass ich im Bereich des Steuerrechts tätig werden möchte. Heute arbeite ich bei einer der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und bin mit meinem Job sehr zufrieden. Mein im Schwerpunktbereich gewonnenes Wissen kann ich hier oft einsetzen. Ich kann allen, die sich von der Masse abgrenzen wollen, dringend empfehlen, sich auf Steuerrecht zu spezialisieren. Gute Steuerjuristen werden ständig gesucht.

„Nothing in life is certain, but death and taxes.“


Alena Kiekebusch - 2007

Mein Jura-Studium in Deutschland war mit Schwierigkeiten  verbunden: ich kam aus Weißrussland, nachdem ich dort das Jura-Studium bereits abgeschlossen hatte und mehrere Jahre im Beruf tätig war. Die Entscheidung, das komplette Studium noch einmal in Deutschland durchzuziehen, ist mir nicht leicht gefallen, aber das Arbeitsleben als Nicht-Juristin konnte ich mir nicht vorstellen. In der Info-Veranstaltung zu den Schwerpunktbereichen bezauberte mich die Versprechung von Prof. Seer: “Das Steuerrecht ist ein Dschungel. Aber ich gehe mit Ihnen durch diesen Dschungel.” Auch die praktischen Überlegungen, dass intensive Kenntnisse in einem so praxisrelevanten Rechtsgebiet wie dem Steuerrecht die Arbeitschancen auf dem überfluteten Arbeitsmarkt enorm erhöhen, beeinflussten mich. Meine Begeisterung am Steuerrecht steigerte sich mit der Teilnahme an Vorlesungen und Übungen und entwickelte sich in eine Leidenschaft. Als Studentin, die den Schwerpunktbereich „Steuern und Finanzen“ gewählt hatte, erhielt ich die Gelegenheit am  DACH-Steuerkongress in Wien teilzunehmen. Die Kosten übernahm der Organisator. Meine erste Arbeitsstelle als Juristin bei einem Unternehmen in Deutschland bekam ich dank des gewählten Schwerpunktbereichs schon während des Studiums. Durch die im Schwerpunktbereich erworbenen Kenntnisse besaß ich den Vorteil, dass ich dem Unternehmen nicht nur Standard-Leistungen einer Unternehmensjuristin anzubieten hatte, sondern sie ermöglichten es mir auch, die  wirtschaftlichen Zusammenhänge und die steuerlichen Auswirkungen rechtzeitig zu erkennen und bei der Analyse des Sachverhaltes und der Erstellung von Gutachten berücksichtigen zu können und ein entsprechendes Agieren zu bewirken. Die   Zielsetzung des Schwerpunktbereichs "Steuern und Finanzen" -  die Studierenden an ein höchst praxisrelevantes Rechtsgebiet heranzuführen und ihnen vertiefte Kenntnisse zu verschaffen – wurde vollständig erreicht.

Seit Oktober 2011 bin ich zur Rechtsanwaltschaft zugelassen. Seit Januar 2012 führe ich zusammen mit der Rechtsanwältin Zeliha Can-Yarar eine Anwaltskanzlei in Kamen. Die steuerrechtlichen Kenntnisse sind sehr hilfreich bei der wirtschaftlich sinnvollen  Steuerung der Kanzlei und einfach unentbehrlich für die qualifizierte Rechtsberatung u.a. in steuerrechtrelevanten Fällen. Außerdem macht mir das Steuerrecht immer noch Spaß!


Dimitri Olejnik - 2007

Während meines Jurastudiums an der Ruhr Uni Bochum habe ich den Schwerpunkt „Steuerrecht und Finanzen“ ausgewählt. In erster Linie war für mich entscheidend, dass bereits im Rahmen des Studiums eine zusätzliche Qualifikation erlangt werden kann, die im Vergleich mit Allgemeinjuristen vielfältige zusätzliche Berufsfelder eröffnet. Die Nachfrage nach steuerrechtlich vorgebildeten Juristen ist immer groß. Außerdem sind steuerrechtliche Grundkenntnisse im juristischen Berufsleben unerlässlich, ob man als Rechtsanwalt bei einer großen Wirtschaftskanzlei oder als Jurist bei einer Firma bzw. als selbstständiger Rechtsanwalt tätig ist.

Im Laufe der Zeit konnte ich feststellen, dass nicht nur die mit dem Steuerrecht verbundenen Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt es attraktiv machen. Das Steuerrecht ist entgegen der verbreiteten Vorstellung kein trockenes Rechtsgebiet. Der Lernprozess, die Bearbeitung von lebensnahen Fällen macht Freude. Bereits kurz nach dem Einstieg hat mich das Steuerrecht fasziniert. Das professionelle und engagierte Team um Herrn Professor Seer macht eine schnelle Einarbeitung in das Steuerrecht und ein erfolgreiches Erlernen der Materie leichter. Das Programm besteht aus gut strukturierten Vorlesungen und Übungen, die sich als sehr hilfreich für das erfolgreiche Bestehen der Aufsichtsarbeit erwiesen haben.

In Erinnerung bleibt ferner die 3-tägige Seminarveranstaltung im Rahmen der Schwerpunktprüfung mit vielen angesehenen Gästen sowie interessanten Besprechungen, die in einem schönen Schloss in Nordkirchen stattgefunden hat. Im Anschluss an mein 2. Staatsexamen bin ich bei einer großen Wirtschaftskanzlei eingestellt worden, wobei mein Schwerpunkt ein wichtiges Argument für meine Einstellung gewesen ist.